Zwischen Blüte, Blatt und Verkaufstresen entsteht Energie. In der Gärtnerei Johs. Wortmann im Hamburger Westen – einem Familienbetrieb in fünfter Generation seit 1878 – treffen zwei Welten aufeinander, die auf den ersten Blick unterschiedlich wirken und doch im Kern das Gleiche tun: Sonnenlicht nutzbar machen.
Während die Pflanzen durch Photosynthese aus Licht Leben entstehen lassen, übernimmt auf den Dächern der Gärtnerei die Photovoltaik den zweiten Teil der Arbeit – sie wandelt Sonnenenergie direkt in Strom. Zwei parallele Kreisläufe, ein gemeinsames Prinzip: Energie fließt und wird nutzbar gemacht.
Pünktlich zum Start in die grüne Saison, wenn alles wächst, blüht und der sprichwörtliche „grüne Daumen“ Hochkonjunktur hat, wurde auf den Dachflächen der Gärtnerei eine Photovoltaikanlage mit 54 kWp sowie ein Speichersystem mit 20 kWh erfolgreich installiert. Die Module liegen dabei unauffällig auf den Dächern über den Verkaufsflächen – montiert auf Blech- und Sandwichkonstruktionen mit der Unterkonstruktion Aerocompact CompactMetal TL38 (Kurzschiene).


Das Ergebnis: Ein Großteil des Stroms wird direkt dort erzeugt, wo er gebraucht wird. Beleuchtung, Kühlung und technische Anlagen profitieren unmittelbar vom Eigenverbrauch. Überschüssige Energie wird ins öffentliche Netz eingespeist und nach EEG vergütet. Für den Betrieb entsteht so ein stabiles, planbares Energiesystem, das sich am tatsächlichen Bedarf orientiert.
Technisch ging die Umsetzung über die eigentliche Installation hinaus. Für die AC-Anbindung wurde der Hausanschluss vollständig neu aufgebaut: bestehende Zählerstrukturen wurden zurückgebaut, zusammengeführt und in ein neues Messkonzept überführt. Eine Maßnahme, die im laufenden Betrieb kaum darstellbar ist – deshalb erfolgt der finale Umschluss bewusst außerhalb der Öffnungszeiten. Während die Pflanzen ruhen, wird im Hintergrund die Energieversorgung neu organisiert.
Der Standort im Hamburger Bezirk Altona, in unmittelbarer Nähe zur Schlwesig-holsteinischen Grenze, bringt dabei eigene Rahmenbedingungen mit sich. Die Anlage wurde so dimensioniert, dass sie optimal zum Verbrauchsprofil der Gärtnerei passt und gleichzeitig eine nachhaltige Weiterentwicklung des Standorts ermöglicht.
Was entsteht, ist mehr als nur eine technische Lösung. Es ist ein Zusammenspiel aus Tradition und Moderne. Ein Betrieb, der seit Generationen mit Pflanzen arbeitet, nutzt heute zusätzlich die zweite Form der Sonnenverwertung – und verbindet damit Natur und Technik auf eine konsequente Weise.
Oder anders gesagt:
Wie in der Pflanzenwelt fließt auch hier Energie durch ein System von Leitungen – nur dass anstelle von Wasser und Nährstoffen elektrischer Strom transportiert wird. Zwei Kreisläufe. Ein Prinzip. Ein Ergebnis: Wachstum.

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