Zwischen Dünen, Nordsee und Campingurlaub entsteht jetzt auch Energie. Auf dem Campingplatz Wenningstedt gehört die Sonne ohnehin zu den wichtigsten Zutaten für einen gelungenen Urlaub. Jetzt übernimmt sie noch eine zweite Aufgabe: Sie liefert einen Teil der Energie für den Betrieb direkt vor Ort.
Mit 110 Photovoltaikmodulen mit jeweils 460 Wp erreicht die neue Anlage eine Gesamtleistung von 50,6 kWp. Zwei Wechselrichter mit jeweils 25 kW übernehmen die Umwandlung des erzeugten Solarstroms. Ergänzt wird das System durch einen Batteriespeicher mit 22,1 kWh Kapazität.
Doch das eigentlich Interessante an diesem Projekt sind nicht die technischen Kennzahlen. Es ist die ungewöhnlich gute Verbindung zwischen Photovoltaik und Campingbetrieb.


Campingplätze besitzen ein Verbrauchsprofil, das sehr gut zur Photovoltaik passt. Der größte Betrieb herrscht in den sonnenreichen Monaten: Die Stellplätze sind stärker belegt, Sanitäranlagen, Gastronomie und weitere Einrichtungen werden intensiver genutzt und zahlreiche elektrische Verbraucher sind über den Tag hinweg in Betrieb.
Genau in dieser Zeit erreicht auch eine Photovoltaikanlage ihre ertragreichsten Monate.
Beim Campingplatz Wenningstedt kommt ein weiterer Vorteil hinzu: Ein wesentlicher Teil des Energiebedarfs entsteht tagsüber. Der Solarstrom wird also zu Zeiten erzeugt, in denen auf dem Platz gleichzeitig Energie benötigt wird.
Das macht Campingplätze grundsätzlich zu besonders interessanten Standorten für Photovoltaik. Statt Erzeugung und Verbrauch mühsam aufeinander abstimmen zu müssen, bringen saisonaler Betrieb und Solarenergie bereits von Natur aus ähnliche Rhythmen mit.
Die Photovoltaikanlage übernimmt dabei die Grundarbeit: Sobald die Sonne scheint, steht der erzeugte Strom unmittelbar für den Verbrauch am Standort zur Verfügung.
Der Batteriespeicher ergänzt dieses Prinzip. Energie, die in einem Moment nicht direkt benötigt wird, kann zwischengespeichert und zeitversetzt genutzt werden. So lässt sich eigener Solarstrom beispielsweise weiter in die Abendstunden hinein verwenden.
Der Speicher ist damit kein isolierter Zusatz zur Photovoltaikanlage. Beide Komponenten arbeiten als gemeinsames System mit einem Ziel: möglichst viel der auf dem Campingplatz erzeugten Energie auch direkt auf dem Campingplatz zu nutzen.
Photovoltaik ist für Gewerbebetriebe besonders interessant, wenn Erzeugung und Verbrauch gut zusammenpassen. Genau das zeigt das Projekt in Wenningstedt.
Während der Campingplatz in den Monaten mit vielen Sonnenstunden besonders intensiv genutzt wird, steht gleichzeitig viel Solarenergie zur Verfügung. Die vorhandene Dachfläche wird damit nicht einfach nur zur Stromproduktion genutzt. Sie wird Teil der Energieversorgung des gesamten Standorts.
Und der Blick von der Anlage macht beinahe nebenbei deutlich, worum es bei diesem Projekt geht: Photovoltaik auf dem Dach, dahinter Dünen und Nordsee.
Sylt nutzt die Sonne eben doppelt.

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